Tankauflieger kippt bei Unfall auf der A1 auf die Seite

Delmenhorst (ots) – Erneut ist es auf der Autobahn 1 in Fahrtrichtung Hamburg zu einem Verkehrsunfall gekommen, der erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen nach sich zog. Betroffen war dieses Mal der Bereich zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und Groß Ippener (Gemeinde Harpstedt). Die Großbaustelle oder ein Rückstau waren hier nicht ursächlich.

Dabei war am gestrigen Donnerstag, 07. Juni 2018, um kurz nach 14:00 Uhr, der 28-jährige Fahrer Fahrer eines Sattelzuges aus Molbergen auf dem rechten Fahrstreifen unterwegs als ihm auf der linken Seite der Zugmaschine ein Reifen platzte. Der Zug geriet in der Folge ins Schlingern und zog nach links auf den Überholfahrstreifen.

Es kam zur Kollision mit einem dort fahrenden Pkw eines 55-jährigen Niederländers. Dieser wurde nach links in die Schutzplanke gedrückt und drehte sich anschließend mehrfach. Er kam auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen.

Der Fahrer des Sattelzuges versuchte in der Folge erfolglos, sein schlingerndes Gespann wieder unter Kontrolle zu bekommen. Der Tankauflieger schaukelte sich auf, kippte auf die rechte Seite und blieb auf der Fahrbahn liegen. Der Seiten- und Hauptfahrstreifen waren durch den Sattelzug komplett, der linke Fahrstreifen zur Hälfte blockiert.

Der auf dem rechten Fahrstreifen folgende, 48-jährige Führer eines Sattelzuges aus dem Landkreis Oberhavel musste sein Gespann per Notbremsung zum Stillstand bringen, um ein Auffahren auf den liegenden Tankauflieger zu verhindern. Dadurch verrutschte die Ladung und beschädigte seinen Auflieger.

Alle beteiligten Fahrzeugführer konnten ihre Fahrzeuge im Anschluss an die Kollision selbständig verlassen.

Allerdings fing die Sattelzugmaschine mit dem auf der Seite liegenden Auflieger unmittelbar danach Feuer und brannte vollständig aus.

Entgegen erster Angaben war der Tank des auf der Seite liegenden Aufliegers nicht mit brennbaren Materialien, sondern mit Gülle beladen. Von den 25.000 Litern floss eine unbestimmte Menge auf die Fahrbahn und einen angrenzenden Acker.

Die Autobahn 1 wurde direkt im Anschluss an den Unfall ab der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord in Richtung Hamburg voll gesperrt. Von einer vorbereiteten Sperrung beider Richtungsfahrbahnen konnte Abstand genommen werden, nachdem ausgeschlossen werden konnte, dass der Tankzug mit brennenden Materialien beladen war.

Die Fahrzeuge, die sich hinter der Unfallstelle im Stau befunden haben, wurden zum Teil als Geisterfahrer nach hinten über die Anschlussstelle Wildeshausen-Nord abgeleitet und zum Teil nach vorne an der Unfallstelle vorbeigeleitet.

An der Unfallstelle wird zunächst die Gülle aus dem auf der Seite liegenden Auflieger umgepumpt. Für diese Zwecke wird von der Firma aus dem Landkreis Cloppenburg ein weiterer Tankauflieger zur Unfallstelle gebracht. Für das reine Umpumpen werden ca. zwei Stunden veranschlagt.

Danach müssen die verunfallten Fahrzeuge geborgen und die Fahrbahn gereinigt werden.

Die Vollsperrung der Autobahn 1 in Richtung Hamburg durch die Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen sollte somit bis voraussichtlich in die Nachtstunden andauern.

Die beiden Fahrzeugführer wurden leicht verletzt und mit zwei Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des folgenden war geschockt, konnte seine Fahrt aber fortsetzen.

Der entstandene Gesamtschaden wurde auf ungefähr 250.000 Euro geschätzt.

Für die Lösch-, Bergungs,- und provisorischen Reinigungsarbeiten waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Wildeshausen, Dötlingen, Brettorf und Düngstrup vor Ort. Insgesamt waren ca. 35 Kameraden mit elf Fahrzeugen eingesetzt.

Zufällig an der Unfallstelle vorbei kam ein Mannschaftswagen der Berufsfeuerwehr Düsseldorf. Die Insassen, amtierende Meister im Handball der Berufsfeuerwehren, waren auf dem Weg zur Titelverteidigung nach Hamburg und boten ihre Hilfe an. Im Gegenzug wurden sie gleich zum Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen eingeladen. Ihr Kommen für Sonntag haben sie zugesagt.

(PM)

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