„Alles durchzählen bitte!“ Krokodil, Stachelrochen und Co. bereit zur „Volkszählung“

Tierische Inventur im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost steht an

Ob der Tausendfüßler auch wirklich tausend Füße hat? Nein, hat er nicht. Nur ein paar hundert. Das weiß man. Zum Glück, denn wer möchte die schon alle zählen? Die Tausendfüßler selbst müssen aber gezählt werden im Klimahaus Bremerhaven. Genauso wie alle anderen Tiere, die die Besucher auf der Reise entlang des 8. Längengrades einmal um die Welt sehen können.

Hier erleben sie nicht nur die Klimazonen der Erde, sondern begegnen auch vielen unterschiedlichen Tierarten: Durch Schrumpfen auf Insektengröße können Jung und Alt zum Beispiel in den Mikrokosmos Sardiniens eintauchen, wo es Insekten, Eidechsen oder Schlangen zu bestaunen gilt.

Kugel-, Doktor- und Clownfische in der bunten Unterwasserwelt warten vor der Südseeinsel Samoa auf die Reisegäste. Und in Kamerun entdecken die Weltreisenden die faszinierende Artenvielfalt des Regenwaldes, denn hier sind Warane, Galago-Affen und Stumpfkrokodile zuhause. Aber: Wie viele sind es eigentlich? Und wie haben sich die verschiedenen Tiere hier im letzten Jahr entwickelt? Das sind wichtige Fragen, die sich das Klimahaus regelmäßig stellen muss. Denn es geht in der Wissens- und Erlebniswelt immer auch um die Gesundheit und um das Wohl der Tiere.

Auf Herz und Nieren geprüft 

Dementsprechend wird im Klimahaus allergrößter Wert auf die artgerechte Haltung der tierischen Bewohner gelegt und sichergestellt, dass es allen Tieren gut geht. Ein regelmäßiger Gesundheitscheck gehört zur Routine der sechs Tierpfleger. Aber nicht jedes Tier ist einverstanden mit der notwendigen Untersuchung und so kann das Vermessen eines Stumpfkrokodils (ohne Betäubung!) zu einer spannenden Aktion werden.

Obwohl das Klimahaus ein anerkannter Zoo ist, sind es nicht nur die besonders exotischen oder besonders bunten tierischen Bewohner, die faszinieren. Wir können eben nicht nur niedliche Tiere untersuchen, messen und wiegen. Alle Tiere, die in den Reisestationen leben, sind typisch für das jeweilige Land, das ist unser Konzept. Da sind putzige Galagos oder auch Buschbabies genannt, genauso zu behandeln wie ein wehrhaftes Krokodil oder ein sperriger Waran. Entscheidend ist es, einen aktuellen Kenntnisstand über Größe, Gewicht und Gesundheit aller Tiere zu erlangen“, betont Dr. Lutz Fischer, Leiter der Aquaristik und Terraristik im Klimahaus.

Ein erstes Ergebnis der Tierinventur

Insgesamt 250 Tierarten leben in der Bremerhavener Wissens- und Erlebniswelt. Darunter alleine 135 verschiedene Fischarten, 22 Reptilienarten sowie zahlreiche Spinnengattungen und Insekten zählt das Haus – und mussten nun ihrerseits gezählt werden.

Beteiligung an Artenschutzprogrammen

Das Klimahaus engagiert sich für den Erhalt der Artenvielfalt. Wo immer es geht, züchtet das Tierpfleger-Team den Nachwuchs für die großen Schaubecken und -terrarien in der eigenen Quarantänestation hinter den Kulissen. „Eine vom Aussterben bedrohte Tierart sind z. B. die Fidschi-Leguane, die in der Reisestation „Samoa“ leben. Sie sind selten in Terrarien oder in der freien Wildbahn zu finden“, sagt Dr. Lutz Fischer.

Das Klimahaus-Leguan-Pärchen hat schon mehrfach Nachwuchs bekommen. Die Blaupunkt-Rochen und die Stumpfkrokodile des Klimahauses sind sogar Teil des Europäischen Zuchtbuch-Programms. Ganz aktuell freut sich das Klimahaus über ein gerade entdecktes Gelege der europäischen Sumpfschildkröten und auch bei den Kieleidechsen, der kleinste Eidechsenart im Mittelmeerraum, ist man stolz über die erste Nachzucht.

So verwundert es auch nicht, dass sich das Klimahaus längst einen guten Ruf in der Fachwelt erworben hat. Fachleute aus ganz Deutschland treffen sich jährlich zu den Aquaristik-Kongressen im Klimahaus. In Bremerhaven steht  das Klimahaus-Experten-Team im Informationsaustausch mit Instituten, Universitäten, zoologischen und botanischen Einrichtungen. Zahlreiche Kooperationen mit verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Forschungsinstitut Senckenberg, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)  Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)  oder den Zoos in Berlin, Zagreb Österreich und in Arnheim bereichern die Arbeit auf beiden Seiten.

Weitere Informationen zum Klimahaus erhalten Sie unter:

www.klimahaus-bremerhaven.de

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